Inhalt
- 1. „Answer-first“: Suche und Sichtbarkeit verschieben sich
- 2. KI im Marketing wird operativ – aber nur mit Leitplanken
- 3. Business-to-Human (B2H): KI macht Empathie nicht überflüssig – im Gegenteil
- 4. Marketing & Vertrieb rücken enger zusammen – und Marketing wird Transformationsmotor
- 5. Social & Events bleiben wichtig – aber mit neuen Spielregeln
- 6. Neue „Pflichten“ werden Marketing-Realität: KI-Regeln und Barrierefreiheit
- Was heißt das alles für 2026?
Ein pragmatischer Fahrplan von flame
Viele B2B-Marketingteams gingen mit einem ähnlichen Gefühl ins neue Jahr: Die Erwartungen steigen, die Kanäle werden nicht weniger, die Budgets sind selten größer – und gleichzeitig drängen neue Themen wie KI, Daten, Compliance und Barrierefreiheit stärker in den Alltag. Das kann Druck erzeugen. Es kann aber auch ein guter Moment sein, um Ordnung zu schaffen.
Denn 2026 wird weniger durch „noch ein Tool“ entschieden – sondern durch Ansätze, die zuverlässig Wirkung erzeugen: klare Positionierung, saubere Inhalte, messbare Prozesse, gute Zusammenarbeit mit dem Vertrieb und ein offensiver KI-Einsatz.
Die ersten Wochen des Jahres zeigen schon ziemlich deutlich, wohin die Reise geht: KI zieht sich durch fast alle Top-Trends, gleichzeitig klafft zwischen Vision und Umsetzung oft eine Lücke. Im Folgenden wollen wir einen Ausblick auf die wichtigsten Trends aus unserer Sicht bei flame geben – und was sie ganz praktisch für Mittelstand und B2B bedeuten.
1. „Answer-first“: Suche und Sichtbarkeit verschieben sich
Was heißt das in der Praxis?
- Inhalte müssen zitierfähig werden.
Weniger „wolkig“, mehr konkret: Fakten, eindeutige Aussagen, belastbare Quellen, klare Produkt- und Leistungsbeschreibungen. - Die Website wird stärker zur Wissensbasis.
FAQs, Use Cases, Branchen-Landingpages, Referenzen, technische Daten, Glossare – gut strukturiert, aktuell, verständlich. - Marke braucht digitale Stringenz.
Unternehmen müssen die Markenentwicklung im digitalen Raum (inkl. Plattformen und KI-Applikationen) strategisch vorantreiben, um Klarheit zu sichern.
Kurz: 2026 belohnt Unternehmen, die ihre Inhalte nicht nur „publizieren“, sondern systematisch als Antwort- und Vertrauensangebot aufbauen.
2. KI im Marketing wird operativ – aber nur mit Leitplanken
KI ist 2026 kein Experiment mehr, sondern wird zur „normalen“ Ressource: Laut Studie sehen 69 % KI-Assistenten als Standard-Unterstützung in hybriden Teams. Und 75 % bewerten KI-gestützten, personalisierten Content als wesentlichen Erfolgsfaktor für Verkaufschancen (Neukunden, Up-/Cross-Selling).
Gleichzeitig zeigt das Trendbarometer auch: Zwischen Begeisterung und echter Umsetzung liegt Arbeit. KI ist überall, aber die operative Realität bremst nicht selten.
Worauf es 2026 ankommt, ist deshalb weniger „Prompting“, sondern Prozess-Design:
- Qualität und Freigaben: Was darf KI erzeugen? Wer prüft? Was sind Do’s & Don’ts (Claims, Tonalität, Fakten)?
- Datenzugriff und Wissensbasis: Gute Ergebnisse entstehen, wenn KI nicht „rät“, sondern auf eine gepflegte Content-/Datenbasis zugreifen kann.
- Use-Cases priorisieren: Nicht alles gleichzeitig. Der ideale Start ist dort, wo KI sofort entlastet und messbar hilft (z. B. Briefings, Varianten, Sales-Material, Content-Ops).
3. Business-to-Human (B2H): KI macht Empathie nicht überflüssig – im Gegenteil
Ein Trend, den viele in der Praxis unterschätzen: B2H. Vielleicht sogar eine der wichtigen Zukunftskompetenzen: mithilfe von KI können individuelle Kundenbedürfnisse ganzheitlich erkannt und bedient werden – im Sinne eines echten Business-to-Human-Ansatzes.
Das ist keine „Weichzeichnung“ des B2B-Marketings. Es ist eine Konsequenz aus komplexen Entscheidungskriterien: unterschiedliche Generationen, Kulturen und ein zunehmender Einfluss allgegenwärtiger Unsicherheiten und Risiken. Vertrauen, Orientierung, Einordnung, Klarheit – das sind 2026 harte Währungen.
Was dafür typischerweise wirkt:
- weniger generische Produktclaims, mehr konkrete Anwendungsszenarien
- Content entlang echter Fragen aus Vertrieb, Service, Projektgeschäft
- Beweise statt Behauptungen: Cases, Kennzahlen, Erfahrungen, Referenzen, Stimmen aus der Praxis
4. Marketing & Vertrieb rücken enger zusammen – und Marketing wird Transformationsmotor
Marketing ist ein zentraler Treiber für die Digitalisierung der Kommunikations- und Vertriebsprozesse – insbesondere für Leadgenerierung und Marktchancen.
Für den Mittelstand ist das besonders relevant, weil Ressourcen häufig begrenzt sind: Wenn Marketing und Sales nebeneinander laufen, entstehen Silos. Wenn sie ineinandergreifen, entsteht Tempo und Wirkung entlang der Customer Journey.
Praktisch heißt das:
- klare Definitionen: Was ist ein Lead? Wann erfolgt die Übergabe von Marketing an den Vertrieb?
- Sales Enablement: Inhalte, die Gespräche besser machen (One-Pager, Argumentationslinien, Referenzen, Einwand-Antworten)
- Saubere Datenübergabe ins CRM oder andere Systeme – damit nichts „liegen bleibt“
5. Social & Events bleiben wichtig – aber mit neuen Spielregeln
Social Media bleibt trotz KI-Content-Flut und steigender KI-Werbung weiterhin relevanzstark. Gleichzeitig nimmt KI-Unterstützung bei live Messen/Events (Matchmaking, Besucheranalyse, Leadsteuerung, Erlebnisoptimierung) weiterhin zu.
Die Spielregel 2026 lautet: Weniger Lautstärke, mehr Substanz.
Wer als Marke erkennbar, konsistent und relevant ist, gewinnt Glaubwürdigkeit – vor allem, wenn klar erkennbar ist, dass der Content nutzerzentriert und nicht ausschließlich generisch KI-generiert ist.
6. Neue „Pflichten“ werden Marketing-Realität: KI-Regeln und Barrierefreiheit
Neben den Markt-Trends gibt es 2026 auch Rahmenbedingungen, die viele Marketing-Teams berücksichtigen müssen:
EU AI Act – schrittweise Anwendung, große Stufe 2026
Laut EU-Service-Desk gilt: Die Anwendung erfolgt progressiv, und ab 2. August 2026 greifen „die meisten Regeln“ inklusive Transparenzanforderungen (Artikel 50) und der Start der Durchsetzung.
BFSG – Barrierefreiheit ist bereits seit 28. Juni 2025 „live“
Dieses deutsche Gesetz ist bereits aktiv und verpflichtet private Unternehmen erstmals, bestimmte Produkte/Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten – inklusive Websites und Apps, die Dienstleistungen anbieten.
Was heißt das alles für 2026?
Ein pragmatischer Fahrplan von flame
Wenn man die Trends zusammenzieht, landen viele Unternehmen bei denselben vier Hebeln:
- Positionierung schärfen
Damit Kommunikation leichter wird und Vertrieb konsistenter argumentiert. - Messbarkeit vereinfachen
Wenige KPIs, die wirklich steuern – statt Report-Overload. - KI sauber einführen
Mit priorisierten Use-Cases, Leitplanken und einer Wissensbasis. - Go-to-Market als System bauen
Content, Performance, Website, CRM/Automation und Sales Enablement verbinden.
Jetzt einen individuellen Fahrplan für Ihr Unternehmen erhalten
2026 muss kein Jahr des „Getriebenseins“ werden. Es kann ein Jahr sein, in dem Marketing wieder ruhiger, klarer und wirksamer wird – weil die Grundlagen stimmen und KI sinnvoll integriert ist.
Wenn Sie möchten, starten wir unkompliziert: in einem Austausch auf Augenhöhe oder – wenn es passt – mit einem KI-Workshop, um konkrete Anwendungsfälle zu priorisieren und in machbare Schritte zu übersetzen.

Petra Dahm
Petra Dahm, Jahrgang 1970, wurde in München geboren. Sie ist Gründerin und seit 22 Jahren Geschäftsführerin von flame. Sie berät Unternehmen in Strategie-, Kommunikations- und Transformationsfragen mit internationaler Erfahrung aus Projekten in Europa, Asien und Nord- und Südamerika. Bereits seit den frühen 1990er-Jahren beschäftigt sie sich mit digitalen Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Organisationen, Geschäftsmodelle sowie Formen der Zusammenarbeit und Kommunikation.
Ihr Schwerpunkt liegt auf der strategischen Einordnung und wirksamen Umsetzung von Veränderungsprozessen: von Unternehmens- und Innovationsstrategien über Digitalisierungs- und Transformationsvorhaben bis hin zur Bewertung neuer Technologien und Ihren Möglichkeiten. Dazu zählen Innovationsfelder wie Künstliche Intelligenz, Virtual und Augmented Reality sowie digitale Zwillinge – stets mit Blick auf ihren realen Nutzen im Unternehmenskontext.
Petra Dahm verbindet analytische Klarheit mit einem tiefen Verständnis für organisationale Dynamiken. Ihre Arbeit ist geprägt von der Überzeugung, dass Technologie kein Selbstzweck ist, sondern nur dann wirksam wird, wenn sie anwenderzentriert gedacht, strukturell verankert und passgenau integriert wird.
